Personal-Trainer-Gehalt - Mit welchem Stundenlohn zu rechnen kannst

Die Ausbildung zum Personal Trainer ist abgeschlossen. Nun stellt sich die Frage nach dem Gehalt. Mit wie viel kann man als ausgebildeter Trainer denn am Ende rechnen?
Personal Trainer arbeiten größtenteils auf Stundenbasis. Daher ist es schwierig, ein festes Monats- oder Jahresgehalt zu nennen. Nur so viel vorweg: Als Personal Trainer solltest du mindestens 60 € pro Stunde verlangen. Der Stundensatz hängt aber noch von weiteren Faktoren ab. Hier erfährst du, von welchen.

1. Angestellt vs. selbstständig

Selbständiger Personal Trainer Gehalt

Wer sich als Personal Trainer selbstständig macht, sollte sich nicht am Gehalt orientieren, das er in einer Festanstellung bekommen hat. Stundensätze fallen nämlich deutlich niedriger aus und sind somit keine sinnvolle Kalkulationsgrundlage.

In der Selbstständigkeit und als gut ausgebildeter Personal Trainer kannst du wesentlich mehr Stundenhonorar nehmen, als in einer Festanstellung beispielsweise in einem Fitnessstudio.

Hier ein kleines Rechenbeispiel:
Gehen wir bei einem Fitnesstrainer mit B-Lizenz von einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 1.900 € aus. Dann bleiben ihm – nach den Abzügen und angenommen, er gehört der Steuerklasse 1 an – 1.335,41 € netto.
Gehen wir zusätzlich von einer 38-Stunden-Woche aus, verdient ein Fitnesstrainer mit B-Lizenz im Angestelltenverhältnis ca. 9 € pro Stunde. Sich daran zu orientieren, wäre verkehrt und wenig zielführend. Denn damit wären Stundengehälter von mindestens 60 € undenkbar.

Wie kommst du auf deinen Stundensatz als Personal Trainer?

Gehen wir erst einmal vom Stundensatz als angestellter Trainer aus:

  • Das monatliche Bruttogehalt beträgt 1.900 €
  • Hochgerechnet auf ein Jahr sind das 22.800 €
  • Plus 20 % der Arbeitgeberanteile für die Sozialversicherung sind das 27.360 € im Jahr

Wenn man nun also das Jahresgehalt durch die Anzahl an Arbeitstagen (abgezogen sind Feiertage, Wochenenden) errechnet, kommt Folgendes heraus:

  • 27.360 € geteilt durch 222 Arbeitstage (die tatsächlichen Arbeitstage im Jahr) ergibt einen Tagessatz von ca. 123 €
  • Bei einer 38-Stunden-Woche bedeutet dies einen Stundensatz von 15 €.

Man darf jetzt aber nicht vergessen, dass die Arbeit eines Personal Trainers nicht nur aus Trainingsstunden besteht. Es fallen genauso Büroarbeiten, Marketingkosten oder Steuern an. Diese dürfen bei der Kalkulation nicht vergessen werden!

Büroarbeiten

  • Rechnungen schreiben
  • Buchführung erledigen
  • Kundendaten pflegen

Laufende Kosten

  • Marketing - Kunden werben
  • Trainingsgeräte
  • Versicherung
  • eventuelle Geschäftswagen

Steuern

  • Umsatzsteuer muss berücksichtigt werden (Wareneinkauf kann geltend gemacht werden)

Was ist letztendlich der richtige Stundensatz

Was final noch miteinbezogen werden muss, ist das unternehmerische Risiko. Als selbstständiger Personal Trainer musst du deine Altersvorsorge selbst tragen und eigene Krankheitsfalle oder eine schlechte Auftragslage und somit ausfallende Gewinne einkalkulieren.

Berücksichtigt man all diese Faktoren, kann ein Stundensatz von mindestens 60 € veranschlagt werden, der völlig gerechtfertigt ist.

Bundesland und Berufserfahrung

Bundesland

Der Stundenlohn unterscheidet sich auch noch einmal je nach Berufserfahrung und Bundesland, in dem du tätig bist.
Die großen Schwankungen zeigen sich bereits bei dem Gehalt von Fitnesstrainern mit B (Link) oder A Lizenz (Link) oder Ernährungsberatern.

Grundsätzlich solltest du dich als Personal Trainer an diesen Schwankungen orientieren und deinen Stundenlohn etwas davon abhängig machen.

Berufserfahrung

Dein Gehalt als Personal Trainer ist zudem abhängig von deiner Berufserfahrung. Das ist ähnlich wie in jedem Job: Neueinsteiger oder sogenannte “Junioren” verdienen aufgrund ihrer geringen Berufserfahrung nicht so viel wie Fachkräfte, die bereits lange im Beruf sind und viel Erfahrung gesammelt haben.

Je länger du also im Beruf als Personal Trainer bist und je mehr Erfolge du vorweisen kannst, desto höher kannst du deinen Stundenlohn ansetzen. Dann ist auch ein Stundenlohn von 70 € oder 80 €, ja sogar bis zu 150 € denkbar.

Doch je höher du deinen Stundenlohn ansetzt, desto mehr musst du deinen Kunden auch vorweisen und bieten können. Hier kommt das Thema Weiterbildung ins Spiel. Bilde dich kontinuierlich durch Workshops, Webinare, Seminare etc. weiter, um immer up-to-date und vollumfänglich informiert zu sein. An dieser Stelle kann zum Beispiel auch eine Weiterbildung zum Ernährungsberater interessant sein, damit du deine Kunden mit einem auf sie abgestimmten Ernährungsplan noch besser bei der Erreichung ihrer sportlichen Ziele unterstützen kannst.

Wo finde ich als Personal Trainer gute Jobs?

Als Personal Trainer gibt es viele Einrichtungen, in denen du auch selbstständig, tätig werden kannst. Hier ein paar Beispiele:

  • Fitnessstudios, Sporteinrichtungen
  • Wellnesseinrichtungen
  • Gesundheitszentren
  • Physiotherapiepraxen
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Sporthotels
  • Sportvereine

Um gute Jobs in solchen Einrichtungen zu finden, hat sich die Mund-zu-Mund-Propaganda als bewährte Methode erwiesen. Wer empfohlen wird, hat gute Grundvoraussetzungen für einen hohen Stundensatz. Daher ist es wichtig, immer in Kontakt mit Menschen aus der Branche zu stehen und kontinuierlich Networking zu betreiben, um von deinen Kunden an deren Bekannte weiterempfohlen zu werden. Natürlich ist dafür auch die Kundenzufriedenheit insgesamt entscheidend. Wer von deiner Leistung begeistert ist, wird dich auch gern weiterempfehlen!

Wie du der beste Fitnesstrainer wirst